Kanzlei am Schießgraben Notar Karl-Joachim Meyer

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Testament und Erbschaft

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Wer braucht ein Testament?


Das Gesetz hat mit der gesetzlichen Erbfolge eine Regelung getroffen, die sicherstellt, dass niemand ohne Erben stirbt. Es geht von dem Grundsatz aus, dass in erster Linie die Verwandten des Erblassers in ganz bestimmter Reihenfolge als seine Erben eintreten. Die gesetzliche Erbfolge hat für manche Bürger überraschende Auswirkungen, beispielsweise dass der längerlebende Elternteil ohne das Einverständnis der Kinder über das gemeinsame Vermögen nicht mehr verfügen kann, oder bei kinderlosen Ehegatten die Eltern des Verstorbenen miterben. Wer seine Erbfolge dieser schematischen gesetzlichen Regelung nicht überlassen will, sollte sie vorsorgend und auf seine persönlichen Verhältnisse abgestimmt durch ein Testament regeln.

Der Notar hilft dabei. Er ist der berufene Fachmann für die 464 Paragrafen des deutschen Erbrechts und kann auch weiterhelfen, wenn ausländisches Recht angewendet werden muss.

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Was kann in einem Testament bestimmt werden?


Das Erbrecht bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, den Übergang des Vermögens nach dem Tode auf eine oder mehrere Personen zu regeln.


    Wer als Erbe eingesetzt ist, erhält alles, was dem Erblasser gehörte, mehrere Erben gemeinschaftlich.

    Der Erbe muss auch für die Schulden aufkommen.

    Wer nur einen bestimmten einzelnen Gegenstand erhalten soll, dem kann dieser als Vermächtnis zugewendet werden.

    Der Erblasser kann sein Vermögen zunächst bis zu einem bestimmten Zeitpunkt der einen (Vorerbe) und danach einer anderen Person (Nacherbe) zuwenden.

    Zur Abwicklung des Nachlasses oder zur Verwaltung des Erbes kann der Erblasser einen Testamentsvollstrecker einsetzen.

    Zu beachten sind Pflichtteilsrechte naher Angehöriger.

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Testament oder Erbvertrag?


Die Verteilung des Vermögens nach dem Tode kann in folgenden Formen niedergelegt werden:


    Der Erbvertrag, der durch einen Notar beurkundet werden muss, bindet den Erblasser gegenüber dem Vertragspartner. Er kann auch Vereinbarungen unter Lebenden enthalten, wenn zum Beispiel der eingesetzte Erbe sich zur Pflege und Betreuung des Erblassers verpflichtet.

    Ein gemeinschaftliches Testament können nur Ehegatten errichten. Sie sind ebenfalls an die getroffenen Verfügungen gebunden, wenn das Testament nicht zu Lebzeiten beider gegenüber dem anderen Ehegatten in notarieller Form widerrufen oder gemeinsam aufgehoben wird.

    Ein einseitiges Testament kann jederzeit aufgehoben werden.


Testamente können vom Erblasser eigenhändig errichtet werden. Sie können aber auch – wie der Erbvertrag – notariell beurkundet werden.


Der Notar vermerkt die Geschäftsfähigkeit des Erblassers in der Urkunde und sorgt für die inhaltlich richtige Abfassung des Testamentes. Dadurch werden spätere Streitigkeiten vermieden, weil ein eindeutiger letzter Wille vorliegt.

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Was passiert nach dem Tode?


Ein notarielles Testament oder ein Erbvertrag wird nach dem Tod unverzüglich vom Nachlassgericht eröffnet. Privatschriftliche Testamente müssen, wenn man sie findet, beim Nachlassgericht abgeliefert werden.


Der oder die Erben erhalten das Vermögen Kraft Gesetzes mit dem Todestag. Die Bank, das Grundbuchamt und andere, die Vermögenswerte des Erblassers verwalten, verlangen aber einen Nachweis des Erbrechts. Hierfür stellt das Nachlassgericht einen Erbschein aus, den der Erbe beim Notar beantragen kann.


Ist ein notarielles Testament oder ein Erbvertrag vorhanden, genügt die notarielle Urkunde mit dem Protokoll über die Eröffnung als Nachweis.

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Ein Wort zu den Kosten


Die Kosten des Notars sind abhängig vom Wert des Reinvermögens (Vermögen abzüglich Schulden). Hinzu kommen die Gebühren des Amtsgerichtes für die amtliche Verwahrung des Testamentes.


Ist ein Erbschein erforderlich, so errechnen sich seine Kosten – für den Antrag und die Ausstellung jeweils eine Gebühr – aus dem Wert des Nachlasses.


Hinzu kommen die Gebühren des Amtsgerichtes für die Verwahrung.

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